Aktuelles zur Blauzungenimpfung Stand 10.05.2016:

Im November 2015 wurde in Österreich nach sieben Jahren wieder BT amtlich festgestellt.
Das Virus gehört dem Serotyp 4 an. Ebenfalls im November 2015 wurde in
Slowenien ein BTV-4 Ausbruch in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich nachgewiesen.
Die 150 km-Restriktionszonen reichen derzeit ca. 80 km an die deutsche Grenze im Osten heran.
Darüber hinaus wurden insbesondere in Italien Infektionen mit BTV-4 nachgewiesen, jedoch
handelt es sich nicht um den gleichen Virustyp wie auf dem Balkan. Im September 2015 trat in der Mitte Frankreichs erstmals seit 2010 wieder BTV-8 auf und verbreitete sich über ein großes Gebiet. Bislang wurden 239 Ausbrüche gemeldet. Die Restriktionszonen in Frankreich reichen im Südwesten bis an die deutsche Grenze heran.

Im Moment Deutschland ist nach wie vor als BT-freie Region anerkannt (seit 15.02.2012).
Die in Deutschland im Rahmen des verstärkten BTV-Monitorings Ende 2015 durchgeführten Untersuchungen wurden alle mit negativem Ergebnis abgeschlossen. Dabei wurden knapp 1.600 Rinder mit negativem Ergebnis auf BTV 4 und BTV 8 in Bayern untersucht. Aber die Restriktionszonen der angrenzenden Länder grenzen mittlerweile an Deutschland.

In Deutschland ist die Impfung gegen die BT derzeit nur nach Ausbruch der BT mit einem inaktivierten Impfstoff gesetzlich möglich. Mit Änderung der EG-Blauzungenbekämpfung- Durchführungsverordnung wurde jedoch auch die Möglichkeit der Genehmigung von freiwilligen (vorbeugenden) Schutzimpfungen gegen BT geschaffen.

Dies ist in unserem Landkreis in Form einer Allgemeinverfügung geschehen.

Derzeit ist allerdings weder ein zugelassener Impfstoff gegen BTV-4 noch gegen BTV-8 ausreichend verfügbar.
Nach den uns vorliegenden Mitteilungen einzelner Impfstoffhersteller ist jedoch bis Ende Mai mit der Verfügbarkeit von BTV-Impfstoffen zu rechnen. Bis dahin besteht, um auch den berechtigten Forderungen hinsichtlich einer vorbeugenden Impfung  im Hinblick auf den Tierschutz nachkommen zu können, die Möglichkeit der Ausnahmegenehmigung gem. § 11 Absatz 6 Nr. 2 Tiergesundheitsgesetz, die der jeweilige Hoftierarzt beim Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz (Ansprechpartner ist Herr Dr. Mergner) beantragen kann.

Im Hinblick auf das innerstaatliche bzw. innergemeinschaftliche Verbringen von Tieren aus Restriktionszonen in freie Gebiete ist jedoch die Nachvollziehbarkeit der BT-Impfungen notwendig. Insofern sind die durchgeführten Impfungen
durch den Tierhalter selbst oder durch einen von ihm beauftragten Dritten (z. B. Impftierarzt) in der HIT-Datenbank zu erfassen, um einerseits Plausibilitätsprüfungen der zuständigen Behörden am Bestimmungsort zu ermöglichen (innerstaatlich). Zum anderen ist die Erfassung der BT-Impfungen als Grundlage für Zertifizierung der ergänzenden Garantien im
innergemeinschaftlichen Handel von Tieren erforderlich (siehe Allgemeinverfügung).

Die Bayerische Tierseuchenkasse (BTSK) gewährt einen Impfzuschuss. Nähere Informationen
finden Sie unter http://www.btsk.de/portal/page/portal/btsk/index.htm.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

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