Netzwerktreffen Frühe Kindheit

Frühe Traumatisierung - erkenne und (be)handeln

Teilnehmer beim Netzwerktreffen im Haus der Begegnung
Teilnehmer beim Netzwerktreffen im Haus der Begegnung

Über 80 TeilnehmerInnen aus verschiedensten Bereichen des Sozial- und Gesundheitswesens fanden ihren Weg zum jährlichen Netzwerktreffen Prävention und Frühe Kindheit, das dieses Mal auf Grund des hohen Andrangs im Haus der Begegnung in Weilheim stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Koordinationsstelle Frühe Hilfen (KoKi), die sich zum Ziel gesetzt hat, alle Partner mit Angeboten für werdende oder frischgebackene Eltern zu vernetzen und so eine möglichst frühe Unterstützung von Familien zu erreichen.

Das Interesse richtete sich in diesem Jahr auf das Thema Frühe Traumatisierung. Welche Auswirkungen haben Traumatisierungen in der frühen Kindheit oder sogar schon während der Schwangerschaft und Geburt auf das Erleben und Verhalten der betroffenen Kinder? Wie können wir sie besser verstehen und unterstützen? Diese Fragen erörterte die aus Regensburg angereiste Diplom Psychologin und Traumatherapeutin Frau Dr. Mathilde Tammerle-Krancher in ihrem vierstündigen Vortrag. Eindrucksvoll machte sie deutlich, welche Folgen ein frühes Trauma auf Körper und Geist eines Kindes haben und wie dieses lebenslang die Gesundheit und die Beziehungsfähigkeit beeinflussen kann. Dabei zeigen Studien, dass der Großteil der frühen Traumatisierungen nicht durch Katastrophen und Ereignisse außerhalb der Familie, sondern innerfamiliär durch Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch entstehen. Anhand von Ultraschallaufnahmen und Gehirnuntersuchungen wurde deutlich, dass traumatische Situationen bereits vor der Geburt wahrgenommen werden und sich auswirken. Zur Verarbeitung eines Traumas bräuchten Kinder vor allem einen Ort an dem sie sicher sind und eine feste Bezugsperson, der sie vertrauen können und die ihnen hilft das Erlebte zu verstehen. Die durchweg positiven Rückmeldungen der zahlreichen TeilnehmerInnen zeigen die Brisanz des Themas in der Praxis, sowie die spannende Vermittlung durch die 80-jährige, erfahrene Referentin.

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