Überblick zur Entwicklung um das Coronavirus

Der heutige Dienstag steht im Zeichen einer stabilen Versorgung verknüpft mit Neuigkeiten zu den Therapiemöglichkeiten:

Corona-Virus

Gemeinsame Pressemitteilung des Gesundheitsamtes Weilheim, des LRA Weilheim-Schongau und der Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau:

Ärztliches Bulletin vom 10.03.20

Von Prof. Dr. med. Andreas Knez und Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang

Der heutige Dienstag steht im Zeichen einer stabilen Versorgung verknüpft mit Neuigkeiten zu den Therapiemöglichkeiten:

Situation im Landkreis

Im Landkreis Weilheim-Schongau sind unverändert drei Patienten positiv auf Coronaviren getestet. Ein Patient wird im Krankenhaus Weilheim intensivmedizinisch versorgt. Die beiden Patientinnen befinden sich weiterhin in häuslicher Quarantäne. Ihr Gesundheitszustand ist stabil.

Nach Information des Gesundheitsamtes befinden im Landkreis derzeit rund 100 Menschen mit Verdacht auf eine „Corona-Infektion“ bzw. negativem Befund vorsorglich in häuslicher Quarantäne. Mit dieser präventiven Strategie soll die Ausbreitung im Landkreis unterbrochen und die Fallentwicklung insgesamt verlangsamt werden.

Schwer erkrankter Patient: Unverändert stabil mit leichter

Der Zustand des ersten Corona-Patienten, einem 80-jährigen Mann, ist seit dem Wochenende unverändert stabil. Im Rahmen der intensivmedizinischen Therapie hat das behandelnde Ärzteteam das HIV-Medikament „Kaletra“ eingesetzt. Dieses antivirale Medikament ist seit 2001 zugelassen: Nach ersten, positiven Ergebnissen in den USA und China ist es nun auch in den Fokus der aktuellen Covid-19-Therapieoptionen in Europa gerückt.

Information und Transparenz

Um die zahlreichen Pressenachfragen der vergangenen Tage zu bündeln fand heute - gemeinsam mit dem Gesundheitsamt - ein Informationsaustausch mit Medienvertretern statt. Rund 10 Journalisten des Bayerischen Rundfunks, SAT 1, Süddeutsche Zeitung, Merkur, Kreisboten sowie Radio Oberland nutzten das Informationsangebot.

Bei einem anschließenden Klinikrundgang (durch Notaufnahme, Intensivstation, IMC, Station 2 und Aufnahmestation) wurde in Gesprächen mit unseren Klinik-Mitarbeitern die verschiedenen Behandlungsstufen und -stationen erläutert.

Den Pressevertretern standen heute Rede und Antwort:

Gesamthaus: Thomas Lippmann
Medizin: Prof. Dr. Andreas Knez, Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Lang, Dr. Jordan Bogdanov
Pflege: Anne Ertel, Igor Petrovic
Hygiene: Katja Greinwald
Gesundheitsamt: Dr. Stefan Günther
 

Unserem Expertenteam, aber auch all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dies heute erst möglich gemacht haben, ein großes Dankeschön dafür! Unsere Transparenz und Offenheit sind überaus positiv aufgenommen worden.

Antivirales Medikament: Remdesivir

Auf großes Medieninteresse stießen auch die Neuigkeiten zum Einsatz von „Remdesivir“. Als einigen, wenigen Kliniken weltweit ist es unserem Haus gelungen, das antivirale Medikament der kalifornischen Biotech-Firma „Gilead Scienes“ nach Weilheim zu holen. Hierfür wurde eine Sondergenehmigung der Regierung Oberbayern erteilt, da dieses Präparat noch nicht zugelassen ist.

Ursprünglich für den Eboloa- und Marburg-Virus entwickelt gehört „Remdesivir“ seit einem erfolgreichen Einsatz in den USA zu den Hoffnungsträgern in der Corona-Bekämpfung. Das Präparat dämmt die Vervielfältigung der Viren ein und reduziert somit die „Virenlast“. „Remdesivir“ wurde vorsorglich beschafft, um anhängig vom Gesundheitszustand des Patienten bei einer signifikanten Verschlechterung über weitere Therapieoptionen zu verfügen.

Klinik-Veranstaltungen vorsorglich verschoben

Auf Empfehlungen des Gesundheitsamtes werden alle Klinik-Veranstaltungen, die bis Ende April geplant waren, vorsorglich verschoben. Diese werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Gerne halten wir Sie weiterhin zeitnah informiert. Bitte sprechen Sie uns bei Fragen direkt an.

Hans Rehbehn                  Susanne Heintzmann
Pressesprecher                 Krankenhaus GmbH