Zecken wieder aktiv

Im Frühjahr Impfschutz überprüfen!

Zecke auf einem Blatt
Zecken

Sie kommen pünktlich, wenn es draußen wieder wärmer wird und bleiben aktiv bis in den Herbst hinein: Zecken.

„Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt den Impfschutz gegen die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu überprüfen“, betont Dr. med. Stefan Günther, vom Gesundheitsamt im Landratsamt Weilheim-Schongau. „Impfen ist der beste Schutz“, so Dr. Günther.

Die FSME sowie die Borreliose gehören in Bayern zu den durch Zecken am häufigsten übertragenen Infektionskrankheiten mit ernsthaften Gesundheitsrisiken für den Menschen. Folgen der FSME können Entzündungen an Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark sein. Erneut traten im vergangenen Jahr die meisten Erkrankungen im Süden Deutschlands auf. Seit 2001 haben sich die FSME-Risikogebiete in Bayern kontinuierlich ausgeweitet: Zuletzt wurden 83 der 96 bayerischen Landkreise bzw. Kreis-freien Städte als FSME-Risikogebiete eingestuft. Diese kommen dem Pfaffenwinkel immer näher. Dort ist ca. jede 20ste Zecke mit FSME-Viren infiziert.

Dem Robert-Koch-Institut wurden in den letzten Jahren auch vereinzelt im Landkreis Weilheim-Schongau erworbene FSME-Erkrankungen gemeldet. Deshalb lässt sich auch ein Risiko, nach einem Zeckenbiss an einer FSME zu erkranken, nicht mehr ausschließen 

Auf Grund dieser hohen Verbreitung der FSME gehört die Impfung im gesamten Freistaat zu den öffentlich empfohlenen Impfungen. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Die bayerischen Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass die Impfbereitschaft gegen FSME in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. So sind im Landkreis Weilheim-Schongau, der vom Robert-Koch-Institut noch nicht als Risikogebiet ausgewiesen ist, 37,1% der Einschulkinder einen ausreichenden Impfschutz auf, deutlich mehr als der Durchschnitt in Oberbayern, der bei 25,3% liegt.

Doch nicht nur die Kinder sollten laut Dr. Günther geschützt sein. Nach den Erhebungen des Robert-Koch-Instituts steigt das Erkrankungsrisiko gerade bei den über 40-Jährigen stark an. Männer, so das Institut weiter, sind dabei deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Zecken übertragen auch Bakterien, die eine Borreliose-Erkrankung hervorrufen können. Dabei handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die in verschiedenen Stadien abläuft und zu Herz-, Hirnhaut- und Nervenentzündungen, Gesichtslähmungen, Gelenkentzündungen und chronischen Hautveränderungen führen kann. In Süddeutschland sind etwa 25 % bis 35 % der Zecken mit Borrelien infiziert. Seit Einführung der anonymen ärztlichen Meldepflicht im März 2013 beobachtet das Gesundheitsamt eine Zunahme der Fallmeldungen. Aktuell wurden im Jahr 2016 insgesamt 41 Fälle von den Ärzten an das Gesundheitsamt gemeldet. Da es gegen Borreliose keine Schutzimpfung gibt, sind andere Vorsorgemaßnahmen, wie das Tragen geeigneter Kleidung sinnvoll. Auch entsprechende Schutzmittel, können einen Zeckenbefall verhindern. Wichtig ist es, nach einem Aufenthalt im Freien den Körper auf Zecken abzusuchen, da diese häufig in versteckte Hautregionen wie Hautfalten und Leistenbeugen wandern, bevor sie sich festsetzen. Werden Sympotme wie die so genannte Wanderröte (Erythema migrans) bemerkt, ist es sinnvoll, den Hausarzt zu konsultieren. Bei der Wanderröte ist zu Beginn erst ein kleines Areal um die Einstichstelle gerötet und z.T. leicht angeschwollen. Nach kurzer Zeit „wandert“ diese Rötung ringförmig nach außen und wird dabei blasser. Dies ist Zeichen einer frühen Entzündungsreaktion, die jedoch sehr gut behandelbar ist, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

Im Eingangsbereich des Gesundheitsamts Weilheim in der Eisenkramergasse 11 in Weilheim können Interessierte weitere Informationen in gedruckter Form erhalten, z.B. unseren jährlich aktualisierten Flyer „Zeckenalarm!“. Selbstverständlich stehen Ihnen darüber hinaus auch die Fachleute des Gesundheitsamtes unter der Tel.-Nr. 0881/681-1600 gerne zur Verfügung.

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