Projektpartnerschaft TU München und Landkreis Weilheim-Schongau

Kooperation zur Förderung von Learning Analytics und Serious Games in Schulen

v.l. Andrea Jochner-Weiß, Wolfgang Taffertshofer, Professor Dr. Manuel Förster, Professor Dr. Helmut Krcmar
Unterzeichnung der gemeinsamen Kooperationsvereinbarung

Am Freitag den 3. Juli 2020 führen ab 8:15 Uhr der Landkreis Weilheim-Schongau und die Technische Universität München eine gemeinsame Veranstaltung im Landratsamt durch. Von 9 bis 10 Uhr hält Prof. Dr. Helmut Krcmar im Rahmen einer von Dr. Matthias Utesch und StR Harald Fink organisierten Webinar-Reihe für Schülerinnen und Schüler der FOS BOS Weilheim einen Vortrag mit dem Thema „Digitalisierung in Wirtschaft, Gesellschaft … und auch Schule?“

Ab 10 Uhr – eingebettet in eine kleine Feierstunde – erfolgt die offizielle Unterzeichnung eines Letter of Intend zur Förderung von Learning Analytics und Serious Games in den Schulen des Landkreises. Neben Vertreter/innen der TUM werden auf Einladung durch die Gastgeberin Frau Landrätin Andrea Jochner-Weiß, verschiedene Funktionsträger/innen aus dem Landkreis sowie Vertreter/innen von den 15 Schulen im Landkreis teilnehmen.

Vor dem Hintergrund der allgemein fortschreitenden Digitalisierung vieler Lebensbereiche, ist der Umgang und das Lernen mit digitalen Medien in der Bildung von hoher Relevanz. Bedeutende Studien haben gezeigt, dass bei der Umsetzung des Digitalisierungsprozesses in deutschen Bildungseinrichtungen, insbesondere im Bereich des computerbasierten Assessments von Lernprozessen, große Herausforderungen liegen.

Durch den Einsatz digitaler Assessments eröffnen sich neue Möglichkeiten im Bereich der "Learning Analytics", um sowohl Lernenden als auch Lehrenden ein differenzierteres und personalisiertes Feedback zu geben. Vor diesem Hintergrund planen die Technische Universität München (TUM), hier vertreten durch Professor Dr. Manuel Förster (Professur für Wirtschaftspädagogik, TUM School of Education) sowie Professor Dr. Helmut Krcmar (Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (I 17), Fakultät für Informatik) und der Landkreis Weilheim-Schongau, vertreten durch die Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU), die kooperative Erarbeitung, Umsetzung und Evaluierung eines Konzeptes für Continuous Online Assessment zur Förderung des gemeinsamen selbstgesteuerten und personalisierten Lernens von Schülerinnen, Schülern und Studierenden.

Die praktische Erprobung der an der TUM entwickelten Instrumente und Plattformen wird dabei durch die Zusammenarbeit mit Partnerschulen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau ermöglicht. Hierdurch setzen sich die Studierenden nicht nur theoretisch mit der Thematik auseinander, sondern haben die Chance zum direkten und praxisnahen Austausch mit Lehrer/innen und Schüler/innen.

Die beiden Projektpartner können dabei bereits auf ersten erfolgreichen Projekten aufbauen. Mit Bikorama@TUM wurde gerade das erste - unter Leitung von Dr. Utesch entwickelte und gemeinsam mit Schulleiter OStD Christian Dick und seinem Kollegium an der FOS BOS Weilheim evaluierte - Serious Game zur Präsentation auf der ICL 2020 Konferenz für interaktives kollaboratives Lernen eingeladen. Jugendliche ab 15 Jahren lernen hier in spielerischer Weise, wie digitale Informationstechnik unternehmerisches und zugleich ökologisch nachhaltiges Handeln ermöglicht.

Zitat Landrätin Andrea Jochner-Weiß: „Bildung konsequent weitergedacht – Der Landkreis macht den nächsten Schritt. Die erste Fassung des IT-Konzepts ist fertig und die Umsetzung an den Schulen läuft auf Hochtouren. Nun ist an der Zeit interaktive Inhalte bereitzustellen und kollaboratives Arbeiten für die Schulen zu ermöglichen. Dazu braucht es aber passgenaue Inhalte. Die Kooperation mit der Technischen Universität München (TUM) bietet die einmalige Gelegenheit für Schüler, Schulen und Landkreis am Puls der Zeit zu bleiben und für die Schulen einen echten Mehrwert zu schaffen. Meine Überzeugung ist, dass sowohl die TUM als auch der Landkreis von dieser Kooperation außerordentlich profitieren werden.“

Zitat Professor Dr. Manuel Förster: „Ich finde es ein sehr erstrebenswertes Anliegen, dass Lehramtsstudierende, Studierende der Informatik sowie verschiedene Akteure der schulischen Bildungen zusammen an einem Projekt arbeiten, welches allen Beteiligten einen Mehrwert bringen soll!“

Zitat Professor Dr. Helmut Krcmar: „Digitalisierung an der Schule - das geht weit über die Ausstattung der Schulen hinaus, wenngleich diese auch wichtige Voraussetzung ist, ebenso wie die Ausstattung bei den Lehrenden und Lernenden. Über allem aber stehen die an die neuen Medien angepassten Lern- und Lehrmethoden. Der Einsatz digitaler Assessments ist dabei ein wichtiger Baustein.“

Zitat Projektleiter Dr.-Ing. Matthias Utesch: „Persönlich erlebe ich Lernen immer dann als besonders erfreulich, wenn es institutionelle Grenzen kollaborativ überbrückt und durch digitale Medien interaktiv ist – genauso wie es sich in dieser Kooperation manifestiert – Bravo!“

Der Landkreis Weilheim–Schongau befindet sich geografisch im südwestlichen Oberbayern und hat eine Gesamtfläche von 966,41 km2. Der Einwohnerstand zum Jahresende 2019 betrug 135.478 Einwohner. Er ist ca. 60 km von der Landeshauptstadt München entfernt und wird seit 2014 von Frau Andrea Jochner-Weiß als Landrätin vertreten. Im Landkreis befinden sich 14 weiterführende Schulen. Diese sind 4 Realschulen, 3 Gymnasien, 1 Berufsschule, 1 berufliches Schulzentrum, je 1 Fachoberschule/Berufsoberschule, 3 Sonderpädagogische Förderzentren, 1 Landwirtschaftsschule. Die Digitalisierung des Bildungsbereichs wird als Chance gesehen, die bestehenden Strukturen zu öffnen und die Schulen für die Zukunft zu wappnen. Der Landkreis hat zum einen ein IT-Konzept erstellt, welches verschiedene Themenbereiche der Schul-IT beleuchtet und Regelungen/Ziele trifft und zum anderen erhalten die Schulen Unterstützung bei der Betreuung der Schul-IT durch externe Dienstleister. Der Landkreis Weilheim-Schongau hat für das Haushaltsjahr 2020 unterschiedliche Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen bzw. Zuschüsse in Höhe von 40.666.700 € festgelegt. Es sind Ausgaben in Höhe von 17 Mio. € für die Schulen eingeplant.

Die Technische Universität München (TUM) verknüpft Spitzenforschung mit einem einzigartigen Angebot für Studierende. Sie sucht Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft: Gesundheit & Ernährung, Energie & Rohstoffe, Umwelt & Klima, Information & Kommunikation sowie Mobilität & Infrastruktur. Die Universität denkt und handelt unternehmerisch. Das Ziel: Nachhaltigen Gewinn für die Gesellschaft erzeugen. Das macht die sie zu einer der führenden Universitäten Europas.
https://www.tum.de/die-tum/

Der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik wurde 1987 an der Universität Hohenheim gegründet. Im Jahr 2002 folgte Prof. Dr. Helmut Krcmar dem Ruf der TUM, wo der Lehrstuhl der Fakultät für Informatik angegliedert wurde. Seitdem ist der Lehrstuhl stark gewachsen und im Juli 2020 sind aktuell 34 Mitarbeiter/innen in verschiedenen Forschungsbereichen aktiv.
https://www.i17.in.tum.de/home/

Die Professur für Wirtschaftspädagogik an der TUM School of Education wurde im Oktober 2020 mit Dr. Manuel Förster zum ersten Mal an der TUM besetzt. Die Professur erweitert das bereits schon breite Angebote der TUM in der Lehrerbildung, insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung. In der Forschung beschäftigt sich die Professur u.a. mit den Chancen der Digitalisierung der Lehre für Lernende und Lehrende: https://www.edu.tum.de/prof-wipaed

Kontakt:
Technische Universität München
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (I 17)
Dr. Robert Heininger
Boltzmannstr. 3
D-85748 Garching
Tel +49 (0)89 289 17826
E-Mail: robert.heininger@tum.de

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