Trinkwasserversorgung Schongau

Gesundheitsamt und Stadtwerke suchen Leck

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Seit Anfang dieser Woche aktuell ermittelt das Gesundheitsamt auf Grund eines Funds von coliformen Keimen im Krankenhaus Schongau. Coliforme Keime sind ein Parameter für eine mögliche Verunreinigung der Wasserversorgung, z.B. durch Leck, einen Rohrbruch oder ähnliches.

Nicht zu verwechseln sind diese mit E.coli – das sind Darmbakterien, bei denen sofortige Sicherungsmaßnahmen wie z.B. Chlorung hätten getroffen werden müssen.

Dr. Stefan Günther, Leiter des Weilheimer Gesundheitsamts betont: „E.coli-Bakterien sind definitiv NICHT vorhanden und damit besteht damit auch keine unmittelbare Gefährdung der Bevölkerung!

Gleichwohl wurde sicherheitshalber im Hinblick auf die Patienten im KH Schongau, die z.T. immunsupprimiert sind ein Abkochgebot beschränkt auf das Krankenhaus erlassen. Zudem wird sicherheitshalber eine Chlorimpfstelle an der Übergabestelle vom Leitungsnetz der Stadt Schongau zum Krankenhaus installiert. OP, Intensivstation und kritische Bereiche haben ohnehin Bakterienfilter an den Wasserhähnen. Das Gesundheitsamt steht dazu in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung und dem Ärztlichen Direktor im Krankenhaus Schongau.

 Die Stadtwerke Schongau wurden durch das Gesundheitsamt beauftragt, systematische Beprobungen im gesamten Trinkwassernetz durchzuführen, um eine mögliche Eintragspforte näher zu lokalisieren. Auch das Gesundheitsamt wird heute weitere trinkwasserhygienische Ermittlungen durchführen und erneut Proben ziehen.

Anzumerken ist, dass die routinemäßigen Beprobungen des Leitungsnetzes der Stadt Schongau in den letzten Monaten vollkommen unauffällig waren.

Zusammenfassend besteht aus Sicht des Gesundheitsamts gegenwärtig keine Gefährdung der Bevölkerung, welche das Wasser weiterhin trinken und verwenden darf. Gemeinsam mit den Stadtwerken Schongau bemüht sich das Gesundheitsamt um eine rasche Lokalisierung der Ursache und Beseitigung des Schadens.

Hintergrundinformation:

Was sind coliforme Keime und wie gelangen sie ins Trinkwasser?

In der Natur finden sich coliforme Keime auf natürliche Art und Weise. Zunächst haben diese coliformen Keime nicht direkt etwas mit fäkalen Verunreinigungen zu tun, die insbesondere mit E-Coli-Bakterien in Verbindung gebracht werden. Coliforme Keime sind zunächst Indikatorkeime und noch keine Krankheitserreger. Werden Coliforme Keime im Wasser gefunden, lässt dies auf Probleme im natürlichen „Schutzschild" des Wassers schließen, was wiederum die Belastung durch andere, deutlich gefährlichere, Keime ermöglicht. Im Fall der coliformen Keime im Krankenhaus Schongau ist bislang keine Belastung durch weitere Keime nachgewiesen worden.

Sind coliforme Keime gefährlich?

Prinzipiell sind coliforme Keime nicht gefährlich für den Menschen. Sie finden sich überall in der Natur, beispielsweise in der Erde. Coliforme sind Bestandteil des sogenannten natürlichen Biofilms, der in jedem Wassernetz zu finden ist. Gerät dieser natürliche Schutz aus dem Gleichgewicht, können sich Bakterien und Keime besonders gut vermehren und verteilen.

Im Gegensatz zu coliformen Keimen zählen beispielsweise Coli-Bakterien oder auch Enterokokken zu den für den Menschen gefährlichen Erregern. Diese Keime und Erreger lösen im schlimmsten Fall schwere Darm- und Magenerkrankungen aus. Ebenfalls zu den besorgniserregenden Bakterien zählen außerdem Legionellen, die sich im hausinternen Leitungswassernetz schnell vermehren und lebensbedrohliche Lungenentzündungen auslösen können. Besonders gefährdet sind in jedem Fall neben Babys und Kleinkindern auch ältere oder immungeschwächte Menschen.

Im vorliegenden Fall wurden diese krankmachenden Keime jedoch nicht gefunden.

Was unternehmen die Versorger bei Belastungen und was kann der Verbraucher tun?

Die Wasserversorger sind gesetzlich zur regelmäßigen Kontrolle des Wassers, das sie als Trinkwasser an die Verbraucher verteilen, verpflichtet. Die Trinkwasserverordnung sieht hier strenge und engmaschige Kontrollzyklen vor. Treten Auffälligkeiten oder Grenzwertüberschreitungen auf, werden vom Versorger in Absprache mit dem Gesundheitsamt entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Für den Verbraucher bestehen damit zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Einschränkungen in der Nutzung des Trinkwassers.

 

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