Gemeinsam für Biene, Hummel & Co

Vieles erreicht und neue Pläne für das kommende Jahr

Biene

Mit sieben Veranstaltungen, zwei Ausstellungen, einem Schulwettbewerb, einer Broschüre, drei Flyern und Samentütchen konnten von Mai bis November zahlreiche Bürger und Multiplikatoren zum Thema Biene, Hummel & Co durch den Landkreis und die kooperierenden Vereine erreicht werden.  Der Landkreis Landsberg am Lech hatte das Jahr der Biene ausgerufen und weitere vier Veranstaltungen und eine Wildbienenausstellung angeboten. Durch die gemeinsame Werbung und Kooperation ergaben sich besonders bei der Neuauflage der Broschüre „Lust auf Natur in unseren Gärten“  Synergieeffekte. Vereine und Gemeinden können sie gerne kostenlos für die gezielte Sensibilisierung bei der Gestaltung der Hausgärten einsetzen. Sei es als Beilage bei Baubescheiden, bei Jahreshauptversammlungen und weiteren themenbezogenen Aktionen.

Abgeschlossen wurde das Jahr mit einem Dialogforum „Rund ums Mähen – wie kann die Insektenvielfalt gefördert werden?“ für Mitarbeiter der Bauhöfe und Straßenmeistereien. Mit Kurzvorträgen von Matthias Hett/Landratsamt Weilheim-Schongau und Marika Hoyer/Staatliches Bauamt, beide für den Naturschutz zuständig, startete die Nachmittagsveranstaltung in Weilheim für die 25 Teilnehmer. Nachdem in den Vorträgen deutlich wurde, dass alle öffentlichen Einrichtungen ein besonderes Augenmerk auf den Naturschutz haben müssen, wurden im Rahmen eines kleinen Workshops zuerst die  Probleme in der Umsetzung durch alle Teilnehmer gesammelt. Klar war, dass sich die Vielfalt der Pflanzen und der Insekten nur durch eine Änderung des Pflegeverfahrens erhöht. Aufgezählt werden kann: Mähen statt Mulchen, späterer Schnittzeitpunkt, abschnittsweise nicht mähen oder erst später mähen, unterschiedliche Betrachtung je nach Bedeutung der Straßen, Berücksichtigung von Sichtdreiecken, Pflege im Ort, Pflege der Feldwege.  Unter verschiedene Punkten ließen sich die Probleme zusammenfassen: Die Mitarbeiter forderten ein klare Rechtsicherheit, wenn sie das Verfahren ändern. Aktuell hat die Verkehrssicherheit in der Rechtsprechung einen hohen Stellenwert, keiner der Mitarbeiter wollte sich der Gefahr aussetzen mit einer Klage wegen nicht mit der Verkehrssicherheit konformen Pflege konfrontiert zu werden. So ist sicher an bedeutenden Straßen am Straßenrand ein Intensivbereich der Pflege mit vorrangiger Verkehrssicherheit zu sehen. Der angrenzende Extensivbereich bietet einen Spielraum für blüten- und insektenfreundliche Pflege. Hier ist der Einzelfall zu betrachten. Der zweite Punkt betraf die Erwartungen. Zum einen wird Blütenreichtum gefordert, aber auch sehr regelmäßige Pflege, um einen sauberen Eindruck zu erhalten. Diese zwei Tendenzen sind auch bei der Gartengestaltung zu beobachten – Kiesgarten versus Naturgarten. Zum Teil wurde die Bereitschaft für einen späteren Schnittzeitpunkt signalisiert. Zu knappe Personal- und Maschinenressourcen stehen dagegen. Sollte dieses Problem gelöst werden, gibt es jedoch ein Entsorgungsproblem des Mähgutes an viel befahrenen Straßen. Wegen der teilweisen extremen Vermüllung wird das Schnittgut nicht als Grüngut angenommen und kann gar nicht oder nur sehr kostenintensiv entsorgt werden.

Im zweiten Teil wurden zusammen mit der Moderatorin Heike Grosser vom Landratsamt  Lösungsansätze zusammengetragen. Jeder kann seinen Beitrag zur müllfreien und Hundekot freien Landschaft leisten. Rückendeckung für die Mitarbeiter und begleitende Maßnahmen zum Umdenken wurden gewünscht. Mit „Natur wollen - Natur dulden“ war eine der Moderationskarten beschrieben. Ein differenzierter Leitfaden in Abstimmung mit allen verschiedenen rechtlichen Vorgaben aus dem Bereich Verkehrssicherheit, Wasserrecht, Abfallrecht und Naturschutzrecht wäre ein Lösungsansatz. Vorerst konnten den Mitarbeitern Hinweise in Form einer Handreichung für eine bienenfreundliche Pflege von Grünflächen aus einem Projekt zur Vielfalt aus dem Landkreis Passau übergeben werden.

Deutlich wurde, dass das Thema bei den Mitarbeitern angekommen ist und insbesondere im Bereich einzelner, weniger einsehbarer Flächen die Pflege insektenfreundlicher durchgeführt wird.

Ein Ergebnis besteht in dem angestoßenen Prozess

  • einer Suche nach Spielräumen, die Artenvielfalt im eigenen Zuständigkeitsbereich zu erhöhen,
  • gegenüber übergeordneten Fachstellen und Ministerien die für eine verstärkte Umsetzung des Zieles erforderlichen Voraussetzungen zu kommunizieren und
  • die Öffentlichkeit über den großen Wert von Vielfalt zu informieren.
     

Im kommenden Jahr wird ein weiteres Dialogforum geplant um die Veränderungen zur Gehölzpflege und zum Mähen zu betrachten.

Nicht nur das Dialogforum wird weitergeführt, sondern auch die Aktion: Gemeinsam für Biene, Hummel & Co. Aktuell starten die Detailplanungen. Ausreichend Broschüren stehen noch zur Verfügung.

Kategorien: Landkreis