Inzidenzeinstufung "über 100"

Seit Montag, 8. März, ist die 12. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, welche zuletzt am 09.04.2021 geändert worden ist, in Kraft. Dabei sind einige Regelungen – etwa zu Kontaktbeschränkungen, Einzelhandel, Museen, Galerien, zoologischen und botanischen Gärten sowie Gedenkstätten oder Sport – abhängig von der Höhe des 7-Tage-Inzidenzwerts.

Die jeweiligen Grenzwerte sind dabei eine 7-Tage-Inzidenz von über 35, über 50 oder über 100.

Für den Landkreis Weilheim-Schongau hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege diese Inzidenzeinstufung für das Inkrafttreten der Verordnung am 8. März auf „zwischen 50 und 100“ festgelegt. Diese Einstufung gilt so lange, bis der betreffende Grenzwert an drei aufeinander folgenden Tagen über- oder unterschritten wird (siehe § 3 der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung).

Im Landkreis Weilheim-Schongau lag der 7-Tage-Inzidenzwert nach dem aktuellen Stand der Veröffentlichung des Robert Koch-Institutes am 09.04.2021 bei 107,8, am 10.04.2021 bei 115,1 und am 11.04.2021 bei 118,1, so dass an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Wert von 100 überschritten wurde.

Damit gelten für den Landkreis Weilheim-Schongau ab dem 13.04.2021 folgende inzidenzabhängige Corona-Regeln:

Kontaktbeschränkungen

Treffen mit Angehörigen des eigenen Hausstandes sowie einer weiteren Person – Kinder werden nicht mitgezählt – sind erlaubt. Ferner ist die wechselseitige, unentgeltliche, nicht geschäftsmäßige Beaufsichtigung von Kindern unter 14 Jahren in festen, familiär oder nachbarschaftliche organisierten Betreuungsgemeinschaften aus höchstens zwei Haushalten zulässig.

Ausgangsbeschränkung

Von 22 Uhr bis 5 Uhr ist der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung untersagt.

Ausgenommen sind

  • medizinische oder veterinärmedizinische Notfälle oder andere medizinische unaufschiebbare Behandlungen
  • Ausübung beruflicher oder dienstlicher Tätigkeit oder unaufschiebbarer Ausbildungszweck
  • Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrecht
  • unaufschiebbareBetreuungunterstützungsbedürftiger Personen und Minderjähriger
  • die Begleitung Sterbender
  • Handlungen zur Versorgung von Tieren
  • ähnlich gewichtige unabweisbare Gründe

Einzelhandel und Dienstleistung

Die Öffnung von Ladengeschäften mit Kundenverkehr für Handels-, Dienstleitungs- und Handwerksbetriebe ist untersagt – „Click & Collect“ ist möglich.

Weiterhin ohne vorherige Terminvereinbarung sind für die tägliche Versorgung unverzichtbaren Landengeschäfte geöffnet:

  • der Lebensmittelhandel inklusive Direktvermarktung, Lieferdienste, Getränkemärkte, Reformhäuser,
  • Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker,
  • Tankstellen, Kfz-Werkstätten, Fahrradwerkstätten, Banken und Sparkassen, Versicherungsbüros, Pfandleihhäuser, Filialen des Brief- und Versandhandels, Reinigungen und Waschsalons, der Verkauf von Presseartikeln, Tierbedarf und Futtermitteln
  • sowie der Großhandel

Märkte sind untersagt. Ausgenommen ist nur der Verkauf von Lebensmitteln. Verkauf von Pflanzen und Blumen ist untersagt.

Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte und Buchhandlungen werden nicht länger den bedarfsnotwendigen Ladengeschäften zugeordnet, die Öffnung dieser Lagengeschäfte ist untersagt.

Das sog. „Click & Meet“ ist auch in Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 100 und 200 liegt, zulässig.

Bei Ladengeschäften, welche das sog. „Click & Meet“, d.h. mit Terminvereinbarung, anbieten, muss der Kunde vor Einlass einen Nachweis über ein negatives Ergebnis eines vor höchstens 24 Stunden vor dem Termin vorgenommenen POC-Antigentests oder Selbsttests oder eines vor höchstens 48 Stunden vorgenommenen PCR-Tests auf das Vorliegen des Coronavirus SARS-CoV-2 vorlegen, wobei das Ergebnis eines Selbsttests nach gegenwärtigem Stand nur dann als nachgewiesen anerkannt werden kann, wenn dieser vor Ort unter Aufsicht vorgenommen wurde.

Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist, wie zum Beispiel Massagepraxen, Tattoo-Studios oder ähnliche Betriebe sind nach wie vor untersagt. Dienstleistungen der Friseure sowie im hygienisch oder pflegerisch erforderlichen Umfang die nichtmedizinische Fuß-, Hand-, Nagel- und Gesichtspflege dürfen unter Einhaltung des Hygienekonzeptes mit Terminvereinbarung weiterhin angeboten werden.

Außerschulische Bildung

Angebote der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sind in Präsenzform untersagt.

Das Gleiche gilt für Instrumental- und Gesangsunterricht.

Erste-Hilfe-Kurse und die Ausbildung von Angehörigen der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und des Technischen Hilfswerks sind zulässig, wenn zwischen allen Beteiligten ein Mindestabstand von 1,5 m gewahrt ist. Es besteht Maskenpflicht, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen, sowie bei Präsenzveranstaltungen am Platz.

Sport

Kontaktfreier Individualsport ist nur im Rahmen der Kontaktbeschränkungen erlaubt.

Die Ausübung von Mannschaftsport ist untersagt.

Kultur und Freizeit

Alle Kulturstätten sind für Besucher geschlossen. Diese sind:

  • Museen und Ausstellungen
  • Gedenkstätten
  • Objekte der Bayerischen Schlösserverwaltung und vergleichbare Kulturstätten
  • zoologische und botanische Gärten

Theater, Opern, Konzerthäuser, Bühnen, Kinos und ähnliche Einrichtungen bleiben weiterhin geschlossen.

Gastronomie

Gastronomiebetriebe jeder Art einschließlich öffentlich zugängliche Betriebskantinen bleiben geschossen. Das Gleiche gilt für die Außengastronomie.

Zulässig ist lediglich die Abgabe und Lieferung von mitnahmefähigen Speisen und Getränken.

Schulen und Kindertageseinrichtungen

Hier gilt abweichend, dass das Landratsamt durch amtliche Bekanntmachung jeweils am Freitag jeder Woche die für den Landkreis maßgebliche Inzidenzeinstufung nach dem jeweils aktuellen Stand der Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts bestimmt. Die für den Inzidenzbereich maßgebliche Regelung gilt dann für die Dauer der darauffolgenden Kalenderwoche von Montag bis zum Ablauf des folgenden Sonntags.

Bei der Überschreitung eines 7-Tage-Inzidenzwerts von 100 gilt folgendes:

In den Jahrgangsstufen 4 der Grundschulstufe, den Jahrgangsstufen 11 der Gymnasien und der Fachoberschulen sowie in Abschlussklassen findet Präsenzunterricht statt, soweit dabei der Mindestabstand von 1,5 m durchgehend und zuverlässig eingehalten werden kann, oder Wechselunterricht.

An allen übrigen Schularten und Jahrgangsstufen findet Distanzunterricht statt.

Zudem ist die Teilnahme am Präsenzunterricht Schülerinnen und Schülern nur erlaubt, wenn sie sich zwei Mal wöchentlich einem Test in Bezug auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 unterziehen. Hierfür haben die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Schultages über ein schriftliches oder elektronisches negatives Ergebnis eines PCR- oder POC-Antigentests zu verfügen und dieses auf Anforderung vorzuweisen oder müssen in der Schule unter Aufsicht einen Selbsttest mit negativem Ergebnis vorgenommen haben. Die dem Testergebnis zu Grunde liegende Testung oder der in der Schule vorgenommene Selbsttest dürfen höchstens 24 Stunden vor dem Beginn des jeweiligen Schultags vorgenommen worden sein.
Für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf kann das Staatsministerium für Unterricht und Kultus Ausnahmen bekanntmachen

 

Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierte Spielgruppen sind geschlossen. Alle genannten Einrichtungen bieten eine Notbetreuung an, in der Kinder betreut werden, deren Eltern eine Kinderbetreuung anderweitig nicht sicherstellen können. Für die genannten Einrichtungen gelten strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie ein Test- und Maskenkonzept.

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