Unternehmensbesuch bei Evocopter Schongau: In fünf Jahren Zulassung erreicht

Landrätin besichtigt die Ultralight-Helikopter-Fertigung von Paul Ressle

Interessanter Firmenbesuch in Schongau bei Evocopter GmbH & Co. KG mit einem beeindruckenden Fluggerät (v. li.): Magdalena Schnitzler (Wirtschaftsförderung LRA), Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman van Langeweyde, Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Firmeninhaber Paul Ressle und Simone Adelwart (Wirtschaftsreferentin LRA).
Unernehmungsbesuch bei EvoCopter Schongau

Ein neues Unternehmen gründen, und das mit einem völlig neuen und hochkomplexen Produkt: Das ist in der Regel ein sehr schwieriges Unterfangen. Gerade wenn es um Haftung und gesetzliche Zulassung geht, kann dies viel Zeit und Geld verschlingen. Dass dies jedoch in Rekordzeit möglich ist, hat Paul Ressle bewiesen: Der einstige Spediteur hat seine Leidenschaft für Fluggeräte erfolgreich zum Business umgesetzt. Landrätin Andrea Jochner-Weiß besuchte am Donnerstag, den 26.02.2026, den Unternehmensgründer in seinem Unternehmen Evocopter GmbH und Co. KG in Schongau und besichtigte auch das Produkt von Ressle: den eleganten Ultralight-Helikopter Evocopter ClassiX.

Die Landrätin zeigte großes Interesse an dem jungen Unternehmen und stellte viele Fragen zu Technik, Arbeitsweise und Produktentwicklung. Begleitet wurde der Besuch von Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman van Langeweyde, Wirtschaftsreferentin Simone Adelwart und Magdalena Schnitzler von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Weilheim-Schongau. Die Gäste erlebten mit Paul Ressle einen echten „Macher“ und erfahrenen Unternehmer, der sich auch als fesselnder Gesprächspartner entpuppte.

Ressle, 64, berichtete von seinem persönlichen Bezug zur Fliegerei, der schon in der Kindheit mit Modellflugzeugen begann. Später hatte er Flugzeuge restauriert, Kunstflug praktiziert, dann den Schein für Berufs-Helikopter absolviert, irgendwann kam der eigene Hubschrauber und die Tätigkeit als Ultralight-Helikopter-Fluglehrer dazu. „Aviation ist meine Leidenschaft“, sagte Ressle. Mit 50 Jahren verkaufte er seine Spedition, und wandte sich dann dem Thema UL-Helikopter zu. Deren Gesamtgewicht war früher auf 450 Kilogramm limitiert, 2020 wurde die Beschränkung auf 600 Kilogramm erhöht. „Das war die Initialzündung für Evocopter, denn die 450 Kilogramm waren für vernünftige Helikopter viel zu wenig“, so Ressle.

Ressle stellte ein Team zusammen und baute einen Prototypen. Er schaffte es, innerhalb von fünf Jahren die deutsche Zulassung für den Evocopter ClassiX zu erreichen. „Da stecken unglaublich viel Blut und Schweiß, aber auch extrem viel Spaß und Befriedigung drin“, sagte Ressle, und lobte die hohe Kompetenz seiner Mitarbeiter. Vor allem setzte er bei der Entwicklung auf hohe Fertigungstiefe, d.h. viele Teile stellt Evocopter selbst her. Teile, bei deren Konstruktion Komplexität und Sicherheit im Vordergrund stehen. Inzwischen ist auch im Schongauer Gewerbegebiet Äußerer Westen ein Helikopterlandeplatz in der offiziellen Umsetzung, um den Kunden Wartung und Schulung vor Ort anbieten zu können. Im April 2026 wird der UL-Helikopter auf der AERO-Messe in Friedrichshafen erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt, dann wird eine Serienfertigung angestrebt. „Derzeit sind wir noch eine Manufaktur“, sagt Ressle. Preislich soll sich das Fluggerät bei derzeit ca. 300.000 Euro je nach Ausstattung bewegen. Übrigens: Vom führenden deutschen Luftfahrtmagazin „aerokurier“ ist das Schongauer Fluggerät in der Kategorie Helikopter für den Innovation Award 2026 nominiert. Für den Evocopter ClassiX voten kann man unter https://www.aerokurier.de/abstimmen-und-preise-gewinnen-leserwahl-zum-aerokurier-innovation-award  

Die Landrätin und die anderen Gäste bestaunten natürlich auch den Evocopter ClassiX selbst – derzeit in einer schmucken Rotlackierung im Alfa Romeo-Stil gestaltet – sowie die derzeitige Fertigungshalle, in der zahlreiche einzelne Teile, manche aus ultraleichtem, hochflexiblem und hochfestem Carbon besehen und befühlt wurden. 

“Ich bin wirklich tief beeindruckt, was hier in Schongau in Ihren Hallen entsteht, und welche Innovationsfreude und welche Energie von Ihnen und Ihrem Team zum Einsatz kommen“, sagte Jochner-Weiß zu Ressle. Jochner-Weiß bedankte sich herzlich für die spannende Führung durch den Betrieb – ebenso bei Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman van Langeweyde als Gastgeber, der sich nicht minder beeindruckt über den Betrieb zeigte.

 

Kategorien: Landkreis

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