Kosten werden zu hundert Prozent durch Förderung gedeckt
Der Landkreis Weilheim-Schongau plant eine neue Maßnahme der Moorrenaturierung im Sindelsbachfilz im südöstlichen Landkreis bei Penzberg. Die Umsetzung dieser Wiedervernässung soll voraussichtlich im Herbst/Winter 2026/27 erfolgen. Die Kosten betragen geschätzt 80.000 Euro, hinzukommen werden noch 10.000 Euro für Planung und Bauleitung. Die Summe wird zu hundert Prozent durch Fördergelder des Freistaates Bayern (60 Prozent) und EU-Mittel (40 Prozent) gedeckt. Betreut wird die Maßnahme durch die Moorrenaturierungsstelle am Landratsamt Weilheim-Schongau, angesiedelt beim Sachbereich Fachlicher Naturschutz.
Das Sindelsbachfilz ist Teil der Loisach-Kochelseemoore, die sich im periglazial geformten Kochelsee-Becken gebildet haben. Mit rund 36 Quadratkilometern gehört dieses Moorgebiet zu den ausgedehntesten in Südbayern. Das Sindelsbachfilz zählt mit zu den größten Hochmooren im Bereich der Loisach-Kochelseemoore. Das Sindelsbachfilz wurde in der Vergangenheit mit Schlitzgräben und randlichen Torfstichen systematisch entwässert, um den Torf als Einstreu und Brennmaterial nutzen zu können. Heute gilt es, die zahlreichen Entwässerungseinrichtungen wieder zu verschließen. Die Wiederherstellung des Wasserhaushalts ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Moorrenaturierung.
In den Jahren 2002 und 2024 erfolgten bereits umfangreiche Maßnahmen zur Wiedervernässung im Sindelsbachfilz. Sukzessive kamen immer mehr Flächen dazu. Nun hat auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV) einer weiteren Wiedervernässung zugestimmt. Bei der Maßnahme werden 14 Torf-Holzverwallungen in bestehenden Gräben und zwei etwa 40 Meter langen Metall-Holzverwallungen eingebracht, zum Teil mit Metallspundung. So wird eine Fläche von rund einem Hektar neu vernässt. Die Spundungen erreichen eine Tiefe von bis zu vier Metern.
Der Einbau von Spundwänden aus Holz und Metall in entwässernde Strukturen soll verhindern, dass Regenwasser aus der Fläche abfließt. Stattdessen soll das Wasser wieder im Moor gehalten werden und der Torfdegradierung entgegenwirken. Der Einbau erfolgt mit Spezialbaggern, die trotz ihres Eigengewichts von acht Tonnen nur bis zu 150 g pro Quadratzentimeter erreichen und somit unabhängig von Wetter und Bodenfrost arbeiten können.
Ziel der Moorrenaturierung ist es, durch Anhebung der Wasserstände auf rund zehn Zentimeter unter Flur Kohlenstoff im rein organischen Boden gebunden zu halten, welcher ansonsten als klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre entlassen würde. Das Moor kann so höhere Niederschlagsmengen bei Starkregen abpuffern und führt zu einem ausgeglicheneren Landschaftswasserhaushalt. Nicht zuletzt ist das Hochmoor Lebensraum für zahlreiche vom Aussterben bedrohte Arten, den es zu erhalten gilt.
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