Im Rahmen des Projekts „HerzNotfallhilfe Weilheim-Schongau“ hat Landrat Johann Bertl am 21. Oktober 2026 in Weilheim 45 automatisierte externe Defibrillatoren (AEDs) an 24 Projektpartner übergeben. Beteiligt sind 16 Kommunen, vier Vereine und vier Unternehmen. Die Geräte werden an öffentlich zugänglichen, gut sichtbaren Standorten im Landkreis installiert und sollen künftig rund um die Uhr verfügbar sein. Die Aktion wird über das europäische Förderprogramm LEADER gefördert. Die Gesundheitsregionplus Weilheim-Schongau koordiniert das Projekt als Projektträger. Dazu gehören die Bestandsaufnahme, Bedarfsabfrage, die zentrale Beschaffung der Geräte, die Öffentlichkeitsarbeit und Schulungsangebote. Die Projektpartner installieren die Geräte vor Ort, sichern die Stromversorgung und übernehmen die langfristige Betreuung.
„Mit der heutigen Übergabe setzen wir ein wichtiges Zeichen für Sicherheit und Gesundheitsversorgung im Landkreis Weilheim-Schongau“, erklärte Landrat Dr. Johann Bertl. „Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Die neuen AEDs schließen Versorgungslücken, insbesondere im ländlichen Raum, und erhöhen die Überlebenschancen im Ernstfall deutlich. Gemeinsam machen wir den Pfaffenwinkel zum Rettungswinkel.“
AEDs sind so konzipiert, dass sie von medizinischen Laien sicher bedient werden können. Sie geben klare Sprachanweisungen und begleiten Ersthelferinnen und Ersthelfer Schritt für Schritt durch die Wiederbelebung, bis der Rettungsdienst eintrifft. Die Geräte werden in wetterfesten Außenschränken montiert und mit entsprechenden Hinweisschildern gekennzeichnet. Die Standorte werden in die DEFI-Map der Initiative „Region der Lebensretter“ aufgenommen. Im Notfall kann die Ersthelfer-App registrierte, qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer parallel zum Rettungsdienst alarmieren und gezielt zum nächstgelegenen verfügbaren Defibrillator lotsen. Aktuell sind im System „Region der Lebensretter“ 882 Ersthelfer registriert (Stand: 14. Oktober 2026).
„Die Verzahnung von Defibrillatoren, digitaler Standortkarte und Ersthelfer-Alarmierung gewinnt für den Notfall wertvolle Minuten“, sagte Helmut Stork vom Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung Oberland. „Die gemeinsame Beschaffung über die Gesundheitsregionplus stärkt die interkommunale Zusammenarbeit und macht schnelle Hilfe im medizinischen Notfall für die Menschen vor Ort greifbar“, erklärte Elisabeth Gutmann, Geschäftsführerin der Lokalen Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel e.V.. „Der Landkreis Weilheim-Schongau nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, bisher gibt es bayernweit keine vergleichbare Initiative.“
Das Vorhaben wird über das europäische Förderprogramm LEADER gefördert. Die Lokale Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel hat Daseinsvorsorge, Grundversorgung und Gesundheitsförderung ausdrücklich als Handlungsziele in ihrer Lokalen Entwicklungsstrategie verankert und konnte so die Förderung des Projekts empfehlen. Gefördert werden die Beschaffung von 45 AEDs, wetterfeste Außenschränke und Schilder mit 50 Prozent der Nettokosten. Die Gesamtkosten betragen 76.235,39 Euro. Durch die zentrale Beschaffung und die Förderung betragen die Kosten für die einzelnen Projektpartner je Paket (AED, Außenschrank, Schild) unter tausend Euro.
„Zum Projektbeginn haben wir eine Bestandsaufnahme gemacht und öffentlich zugängliche Defibrillatoren bei den Kommunen abgefragt“, erklärte Benedikt Wiedemann, Leiter der Gesundheitsregionplus. „Dabei haben wir festgestellt, dass im Landkreis bereits 117 öffentlich zugängliche AEDs vorhanden sind. Dass heute 45 neue Geräte hinzukommen, ist ein riesiger Schritt – und macht uns stolz.“ Ergänzend werden 24 Multiplikatoren-Schulungen zur AED-Ersten Hilfe angeboten. Jeder Projektpartner kann zwölf Personen schulen lassen. Der Landkreis übernimmt zehn Prozent der Gesamtkosten als Eigenanteil; diese Mittel fließen in die Schulungen und die Öffentlichkeitsarbeit.
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