Nutzgeflügel schützen

Informationen des Veterinäramtes zur Geflügelpest (Aviäre Influenza - Al, Vogelgrippe) Stand: 20.04.2021

Grafik  Nutzgeflügel schützen
Nutztiere schützen

In Deutschland sind seit dem 30.10.2020 über 1.000 HPAIV H5-Fälle bei Wildvögeln und 133 Ausbrüchen in Geflügelbeständen, davon sechs bei gehaltenen Vögeln in Tierparks, festgestellt worden. Außerdem meldeten weiterhin eine Vielzahl europäischer Länder Wildvogelfälle bzw. Ausbrüche von HPAI des Subtyps H5 bei Geflügel. Das Risiko der Ausbreitung in Wasservogelpopulationen und des Eintrags in Geflügelhaltungen und Vogelbeständen in zoologischen Einrichtungen wird als hoch eingestuft. Derzeit ist von einem hohen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen (Sekundärausbrüche) auszugehen. Die Biosicherheit in den Geflügelhaltungen soll weiterhin überprüft und optimiert werden (Quelle FLI, Risikoeinschätzung zur HPAIV in Deutschland, Stand 25.03.2021).

In Bayern wurde der aktuelle Erreger der Geflügelpest im November 2020 erstmals bei mehreren Stockenten im Landkreis Passau nachgewiesen.

Seither wurden mehrere Fälle bei Wildvögel nachgewiesen:
11.2020 – LK Passau
01.2021 – LK Landsberg am Lech, LK Haßberge, LK Starnberg
02.2021 – LK Haßberge, LK Neuburg-Schrobenhausen, LK Erlangen-Höchstadt, Bayreuth
03.2021 – LK Roth, LK Tirschenreuth, Straubing, LK Erlangen-Höchstadt,
                LK Haßberge, Bayreuth, LK Cham, LK Bamberg, LK Regen,
                LK Kulmbach, LK Schwandorf, LK Straubing-Bogen, LK Neustadt a.d.W.,
                LK Lichtenfels, LK Weißenburg-Gunzenhausen, LK Deggendorf,
                LK Kitzingen,
04.2021 – LK Cham, Hof, Ingolstadt

In Geflügelbeständen gab es bislang folgende Ausbrüche:
01.2021 – LK Bayreuth
02.2021 – LK Weißenburg-Gunzenhausen, LK Würzburg
03.2021 – LK Würzburg, LK Schwandorf, LK Roth, LK Kulmbach, LK Ebersberg,
                LK Mühldorf a. Inn, LK Erding

(Quelle FLI, TSIS, Stand 20.04.2021).

Die Untersuchungen mehrerer Fundvögel aus dem Landkreis Weilheim-Schongau ergaben bislang keinen Nachweis der Aviären Influenza.

Sie möchten einen toten Fundvogel melden, haben Fragen zur Biosicherheit in Ihrer Hühnerhaltung oder benötigen Informationen zur Lebensmittelsicherheit im Zusammenhang mit der AI?

Das Veterinäramt/Amt für Verbraucherschutz erreichen Sie während der regulären Öffnungszeiten unter der Hotline-Nummer 0881- 681 4444.

Seit dem 11.03.2021 besteht für den gesamten Landkreis Weilheim-Schongau eine Verpflichtung zur Aufstallung von Geflügel.

Zur aktuellen Allgemeinverfügung für den Landkreis Weilheim-Schongau

Sofern im Rahmen der weiteren Seuchenentwicklung/aktueller
Risikobewertungen weitere Maßnahmen erforderlich werden sollten, finden Sie die entsprechende Allgemeinverfügung zukünftig ebenfalls auf dieser Seite.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) informiert in einer Pressemitteilung (Nr. 08/21) vom 29.01.2021 über die Anordnung von verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen gegen die Geflügelpest. Mit Pressemitteilung Nr. 24/21 informiert das StMUV am 04.03.2021 über die bayernweite risikobasierte Aufstallung von Geflügelbeständen.

Die Aufhebung der Stallpflicht wird in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) auf Grundlage aktueller Risikobewertungen des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) erfolgen. Die letzte HPAI Risikobewertung des LGL erfolgte am 07.04.2021.
FAZIT: 
Die Fälle bei Wildvögeln scheinen seit Mitte März zu stagnieren und sind deutschlandweit tendenziell rückläufig. Die Fälle beim Haus- und Nutzgeflügel sind jedoch auf einem ungewöhnlich hohen Niveau geblieben. Für die kommenden Wochen, wird ein weiterer Rückgang der HPAI-Fälle bei Wildvögeln erwartet. Das Risiko einer HPAIV-Einschleppung in weitere Geflügelbestände in Bayern wird jedoch derzeit noch als mittelgradig eingestuft, weshalb weiterhin Maßnahmen insbesondere zur Vermeidung eines möglichen Kontaktes zwischen Hausgeflügel und wildlebenden Wasservögeln als notwendig erachtet werden.
Da mit einem weiteren Rückgang der Fälle in der Wildtierpopulation in den kommenden Wochen zu rechnen ist, wird zeitnah eine weitere Aktualisierung der Risikobewertung durch das LGL erfolgen.

Der im aktuellen Geflügelpestgeschehen 2020/2021 bislang nachgewiesene Erreger H5N8 bzw. H5N5 gilt als grundsätzlich ungefährlich für den Menschen.

Zur Gefahr der seit 20.02.2021 in der Presse veröffentlichten Übertragung von H5N8 auf Mitarbeiter eines Gelfügelbetriebes in Russland teilt das FLI folgendes mit:
„… Bei HPAIV besteht immer die Möglichkeit einer Änderung der Eigenschaften, u.a. auch des Wirtsspektrums. Zudem können bei einer hohen Viruslast, wie sie in betroffenen Geflügelhaltungen zu erwarten ist, sporadische Übertragungen auf Menschen nicht ausgeschlossen werden. … Eine Weiterverbreitung von Mensch zu Mensch wurde nicht beobachtet. Trotz des umfangreichen und nach wie vor aktiven Geschehens bei Geflügel und Wildvögeln liegen bisher keine Hinweise auf humane Infektionen oder natürliche Infektionen bei Säugetieren in Deutschland oder anderen europäischen Ländern außerhalb Russlands vor. …“ (Quelle FLI, Risikoeinschätzung zur HPAIV in Deutschland, Stand 22.02.2021).

Für interessierte Bürger und Halter von Nutzgeflügel gibt es eine Vielzahl von Informationsquellen rund um die Aviäre Influenza.

Zu Fragen der Lebensmittelsicherheit bietet das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als zuständige Bundesoberbehörde eine Vielzahl von Informationen, wie beispielsweise:

Zu Fragen der Tiergesundheit (Risikobewertung, Gefährdungsbeurteilung Tierbestände, Empfehlungen für Halter von Nutzgeflügel) bietet das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) als zuständige Bundesoberbehörde eine Vielzahl von Informationen, wie beispielsweise:

Interessierte Geflügelhalter können auch online eine Risikobewertung (Selbsteinschätzung der Biosicherheit) ihrer eigenen Haltungen durchführen. Die „AI-Risikoampel“ (erstellt und bereitgestellt durch die Uni Vechta, zugänglich über das FLI) erreichen Sie über folgenden Link: https://risikoampel.uni-vechta.de/

 

 

 

 

 

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